Ich bin völlig verloren.
Wo soll ich denn jetzt hin?
Ich bin schon so viel gelaufen;
von einer Straße zur nächsten und immer erkenne ich etwas und denke 'ja, ich habe es gefunden'... 'ich bin da'.
Nichts könnte weiter von der Wahrheit entfernt sein.
Also gehe ich weiter....
Durch Wetter..... und..... durch Wind....
Es muss doch hier irgendwo sein?
Ich sehe eine Bank und ruhe mich aus.
Vollgepackt und beladen, so fühle ich mich.
Ich beobachte die Passanten.
Was für ein Gewimmel!
Wohin gehen all diese Menschen?
Wissen sie das alle so genau?
Was ist ihr Ziel?
Haben sie überhaupt ein Ziel?
Ein Zuhause?
Brennt dort ein offenes Kaminfeuer?
Ist es gemütlich?
Wenn ich die Gesichter ansehe, sehe ich 'Eile'.
Sie rennen fast.
Von A nach B.....
und.......
manche von B nach A....
Für mich sieht es so aus, als würden sie den Weg kennen.
Ich nicht.
Ich fühle mich in einer fremden Stadt.
Eine Katze in einem fremden Lagerhaus.
Niemand sieht mich hier sitzen.
Es fängt an zu regnen.
Regenschirme öffnen sich.
Und die Menschen beschleunigen ihren Schritt.
Kommen sie von der Arbeit?
Eigentlich sitze ich hier ganz gemütlich.
Naja, ich bin ziemlich nass geworden.
Eine durchnässte Katze.
Die Menge wird kleiner.
In der Ferne sehe ich einen großen, langen Pfosten mit einem Schild und Pfeilen, die verschiedene Stadtviertel anweisen.
Eifersucht - Wut - Trauer - Angst - Liebe
?????
So etwas habe ich noch nie gesehen!
Viertel mit Straßen, die natürliche Gefühle bezeichnen.
Das Wirrwarr der Straßen scheint plötzlich sehr übersichtlich zu sein. Gerade eben habe ich das überhaupt nicht gesehen.
Anscheinend sind das alles verschiedene Straßen in speziellen Vierteln.
Aber sehr klar angeordnet.
Ich bin froh, dass ich den großen, langen Pfosten mit den Richtungsweisern bemerkt habe.
Neugierig geworden, stehe ich auf und wandere in Richtung der verschiedenen Viertel.
In den Straßen der Eifersucht,
begegne ich meinem Verlangen, andere Seiten von mir selbst zu entwickeln.
Anders gesagt:
Es ist möglich, verborgene Qualitäten in dir selbst zu entdecken, die du bei einem anderen erkennst.
In den Straßen der Wut,
lerne ich zu sagen 'nein, das will ich nicht'
Das heißt:
Es hilft uns, unsere Grenzen kennenzulernen.
Um uns selbst zu schützen.
In den Straßen der Trauer,
habe ich die Chance, mit Verlust ins Reine zu kommen.
Um zu heilen, Wunden zu heilen.
Merke dir gut:
Tränen reinigen.
In den Straßen der Angst,
ist es möglich zu lernen, sich Herausforderungen zu stellen.
Du wirst gewarnt,
Fliehst du oder kämpfst du?
Wie machst du es sicher für dich selbst?
In den Straßen der Liebe,
empfange ich die Botschaft, dass ich gut genug bin, auch wenn es nicht perfekt ist.
Da lernst du, dich selbst zu akzeptieren, so wie du bist.
Und zu üben, Liebe zu geben und Liebe zu empfangen.
Das finde ich großartig.
So zu wandern habe ich noch nie getan, aber es ist ungeheuer sinnvoll.
Erkenne also alle natürlichen Gefühle an und nutze sie zu deinem Vorteil.
Alle diese Gefühle wollen uns etwas mitteilen.
Gehe ruhig durch all diese verschiedenenllende Straßen in diesen verschiedenen Vierteln.
Erlebe deine natürlichen Gefühle und arbeite damit.
Nimm das sehr ernst.
Was wollen dir diese natürlichen Gefühle sagen?
Ich wandele erneut durch die Straßen der Liebe.
Mich selbst akzeptieren...
Liebe geben...
Liebe empfangen...
Wie du auch bist,
du bist genau richtig.
Akzeptiere dich selbst mit all deinen verschiedenen Gefühlen.
Liebe dich selbst.
Und bleibe üben!
Und das werde ich ganz sicher weiter tun...
